Datenschutz und Sicherheit
Diese Woche am 28.1.2026 war internationaler Datenschutztag. Im Zusammenhang mit dem Thema Datenschutz höre ich häufig die Aussage „ich habe nichts zu verbergen“. Aus meiner Sicht ist dieser Satz eine Themenverfehlung. Denn Datenschutz betrifft nicht die Frage, ob Sie etwas verheimlichen möchten, sondern die Tatsache, dass auf Ihre Daten zugegriffen wird und die Frage, was dann mit den erhobenen oder geteilten Daten passiert.
Das ist besonders heikel, wenn Plattformen ermöglichen, dass dort mittels KI Fotos verändert und so sexualisiert bzw. pervertiert werden können (vgl. z.B. https://orf.at/stories/3418259/ | Stand 30.1.2026).
Es geht also um Sicherheit angesichts der Möglichkeiten, die KI nun bietet. In meinem Verständnis geht es auch um einen wertschätzenden Umgang mit den Daten von Kindern.
Von welchen Daten reden wir?
Zum Begriff Daten gehören personenbezogene Informationen wie zum Beispiel Namen, Adresse, Geburtsdatum, Versicherungsnummer und sensible Daten wie Diagnosen, Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten und Angaben zu Beruf oder Privatleben sowie Fotos, Videoaufnahmen und IP-Adresse. Daten werden auch gesammelt, wenn wir auf dem Mobiltelefon den Standort freigeben und jede Menge Freigaben für Apps erteilen, die diese eigentlich gar nicht benötigen.
Datenübermittlung
Wir stellen unsere Daten zur Verfügung, wenn wir:
- online Formulare ausfüllen und übermitteln.
- alle Cookies genehmigen, wenn wir eine Website besuchen.
- Plattformen oder Messenger Dienste nutzen und dort als Profilbild ein Foto von der Familie oder einen Status posten. Selbst wenn Sie in Ihrer Familiengruppe ein Babyfoto teilen, können Sie nicht beeinflussen, ob dieses Bild weitergeschickt wird – auch an Ihnen gänzlich Unbekannte.
- Das Nutzen von KI bedeutet ebenso, dass wir Daten/Informationen hergeben.
In den Einstellung der einzelnen Apps können Sie festlegen, welche Berechtigungen Sie erteilen. Sie haben auch die Wahl, beim Aufrufen einer Website nur notwendigen Cookies zuzustimmen.
Verantwortung
Wenn Sie Ihre eigenen Daten hergeben und darüber auch nicht nachdenken (wollen), dann liegt das in Ihrem Verantwortungsbereich. Und es ist Ihr Recht.
Haben wir als Erwachsene allerdings automatisch das Recht, mit den Fotos und Videos von Kindern zu machen, was wir wollen?
Vielleicht ist damit elterlicher Stolz verbunden und der Wunsch, das Glück mit der Welt zu teilen. Vielleicht hat aber eine fremde Person schäbige Ziele …
Meine Antwort auf diese Frage lautet deshalb: „Nein, dieses Recht haben wir nicht.“ Denn wir haben keinen Einfluss darauf, was mit den Fotos passiert – wer sie teilt, wie sie verwendet und ob sie mit KI verändert werden. Denn sind sie einmal im Netz, dann ist das nicht mehr rückgängig zu machen.
Wertschätzung könnte in diesem Zusammenhang bedeuten, dass das Gesicht des Kindes unkenntlich gemacht wird, um seine/ihre Würde zu erhalten. Noch besser wäre, Fotos und Filme nur offline herzuzeigen.
Schutz und Information
Im Sinne Ihrer Verantwortung als Erziehungsberechtigte/r ist es auch wichtig, dass Sie Ihre Kinder informieren und sensibilisieren, was bestimmte Berechtigungen genau bedeuten und wozu es gut ist, manche Berechtigungen einfach nicht zu erteilen.
Sie sind im Umgang mit Ihren Daten und denen Ihrer Kinder ein Vorbild. Denn Daten sind wertvoll – sowohl Ihre wie auch die Ihrer Kinder.
Auf Empfehlung eines Kindes, der selbst Fan dieser Seite ist: https://www.ardmediathek.de/video/team-timster/mein-bild-gehoert-mir/
Vermeiden Sie, Fotos oder Videos von Ihren Kindern zu teilen/posten. Und vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es selbst keine Fotos von sich postet, weil niemand beeinflussen kann, was dann damit geschieht.
Die Sorge um das Wohl von Kindern in Bezug auf Datenschutz ist mein Anlass zu diesem Beitrag. Mein Ziel ist es, Sie zu sensibilisieren.
Meine Tipps:
- Weiterführende Informationen zum Thema Datenschutz gibt es hier: https://dsb.gv.at/ueber-die-datenschutzbehoerde/teens-kids
- Die im Sommer stattfindende Kinderuni bietet den Internetführerschein an: https://www.kinderuni-ooe.at/weblab/internetfuehrerschein-wl103/
- Die Arbeiterkammer gemeinsam mit saferinternet.at bietet immer wieder Infos für Erwachsene zum Thema „Sicher im Netz“ an: https://www.saferinternet.at/news-detail/sicher-im-netz-nutzen-sie-unsere-kostenlose-webinar-reihe-1
- Allgemeine Infos finden Sie auch auf: https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/onlinesicherheit_internet_und_neue_medien/internet_und_handy___sicher_durch_die_digitale_welt
(alle Links Stand 30.1.2026)
Eng mit dem Thema Datenschutz verbunden ist die Frage der Medien(nutzung). Dazu gibt es nächste Woche einen Extra-Blogbeitrag.
Stehen Sie Ihren Kindern in diesem Thema zur Seite – mit Informationen, Regulation der Gefühle und als Ansprechperson – sie brauchen Sie.
Ihre
Irina Langer