Mediennutzung

Fragen über Fragen

Das Thema Mediennutzung ist sehr sensibel und wirft viele Fragen auf: Wie lange darf mein Kind vorm Bildschirm bleiben? Was darf es sehen oder spielen? Wie können Regeln ausschauen, die Orientierung geben und zugleich nicht ständig Streitereien auslösen? Was muss ich dabei noch alles beachten?

Die Antworten sind abhängig vom Alter des Kindes. Auch die Nutzung spielt eine Rolle, denn ein Lernspiel wirkt anders als Soziale Medien. Noch anspruchsvoller wird es, wenn ältere Geschwister da sind. Und zu bedenken ist auch, dass die Schulen ebenfalls in die digitale Richtung gehen. Dazu kommen vielleicht noch ungefragte Sichtweisen von Verwandten oder Bekannten. Puh – das ist ganz schön viel.

Ich weiß, dass Sie das Beste für Ihre Kinder wollen. Deswegen geht es in diesem Blogbeitrag nicht um genaue Medienzeiten oder Do’s und Don’ts. Es geht um die Stärkung Ihres Kindes in seiner/ihrer Selbstwahrnehmung. Unersetzbar, wenn es um die eigenen Grenzen geht oder um ein „Nein“, wenn sich etwas falsch oder irritierend anfühlt.

Alles in allem gilt: Medien können entlasten, Wissen vermitteln und sie beeinflussen die emotionale, die soziale und die sprachliche Entwicklung von Kindern. Deshalb lohnt sich ein bewusster und begleiteter Umgang, damit Ihr Kind lernt Fragen zu beantworten, wie: Bin ich noch konzentriert oder schon müde? Bin ich unruhig? Tut mir das gut?

Verantwortung

Damit das gelingt, braucht es Ihre Begleitung, Ihre Anwesenheit und Ihr Dranbleiben in Form von wiederholten Gesprächen.

Je jünger Ihr Kind ist, desto hilfreicher ist Ihr Kommentieren dessen, was gerade passiert. Sprechen Sie auch aus, was Sie gerade fühlen. Ihr Aussprechen von dem was ist und was Sie fühlen, erleichtert Ihrem Kind das Einordnen dessen, was es selbst sieht und fühlt und trägt so zur Regulation der Gefühle bei.
Besprechen Sie auch nach, was sie miteinander gesehen haben, was wann passiert ist und was das für Gefühle ausgelöst hat.

Schritte Richtung Selbstwahrnehmung

Wenn Ihr Kind bereits ein Handy, Tablet oder ähnliches besitzt, dann können Sie sich zeigen lassen, was das Kind so macht. Lassen Sie sich erklären, was es damit auf sich hat. Dabei könnten Ihnen folgende Fragen helfen:

  • Worum geht es in der Sendung/dem Spiel?
  • Was passiert dort gerade?
  • Was löst das für Gefühle aus?
  • Welche Gedanken entstehen damit?
  • Und wie reagiert mein Körper darauf (z.B. angespannt oder entspannt)?
  • Wo im Körper fühle ich die Anspannung (im Bauch, im Brustbereich, …)?
  • Wie genau fühlt sich das an (Druck, Enge, verändert sich mein Atem, …)?

Wozu das wichtig ist

Ihre Rückfragen helfen Ihrem Kind zu lernen, auf das eigene Gefühl und den Körper zu hören. Denn es gibt immer einen Grund, warum sich etwas komisch oder nicht richtig anfühlt oder man hibbelig oder gereizt wird. Diese Wahrnehmung sitzt im Körper und den Körper als Signalgeber – auch in Bezug auf die eigenen Grenzen – zu erfahren ist ein ebenso wichtiger Aspekt der Selbstwahrnehmung.

Die Selbstwahrnehmung eines Kindes ist durchaus etwas, das gelernt und geübt werden kann. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht, Ihre Anleitung und auch Ihr Dranbleiben.

Und vielleicht brauchen auch Sie ein bisserl Zeit, um diese Fragen für sich selbst beantworten zu können? Das ist völlig in Ordnung. Sie könnten auch überlegen, das mit Ihrem Kind gemeinsam zu üben?

Abschließend

Um Gespräche rund um Gefühle zu üben hat sich eine Gesprächsrunde bewährt – zum Beispiel beim Abendessen -, indem alle nacheinander schildern, was heute am Schirchsten und am Schönsten war. Im Weiteren könnten die Gefühle präzisiert werden („Das war schirch, weil …?“ bzw. „Das war schön, weil …?“) und dann für die Zukunft eventuell noch alternative Handlungsmöglichkeiten (z.B. statt hinhauen sich Hilfe holen o.ä.) besprochen werden.

Versichern Sie Ihrem Kind/Ihren Kindern, dass sie IMMER zu Ihnen kommen können – ganz egal, was jemand anderer behauptet. Manchmal brauchen auch Kinder nur jemanden, der ihnen einfach zuhört.

Und bezüglich jener Fragen, die Sie noch rund um das Thema Medien beschäftigen, bin ich gerne für Sie und Ihr Kind da.
Ihre
Irina Langer

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