Supervision – nur für Fachkräfte?
Während Supervision für Fachkräfte überall angeboten wird, fehlt bisher dieses Angebot für Eltern. Das ändere ich hiermit: In meiner Praxis biete ich auf Wunsch sehr gerne auch Supervision für Elternteile und -paare an.
Was bedeutet Supervision?
Supervision kommt aus dem Englischen und heißt „überblicken“ oder „den Überblick haben“. Es bedeutet, dass wir eine bestimmte Situation aus zeitlicher und örtlicher Distanz noch einmal betrachten – aus der Vogelperspektive. Wir blicken als Beobachter auf die Situation und beschreiben, was passiert ist und was wir bei uns selbst und beim Gegenüber wahrnehmen.
Aber das ist doch schwierig?
Ja, das ist es. Und es bietet Ihnen eine gute Möglichkeit, Ihr eigenes Erziehungsverhalten zu reflektieren (zu hinterfragen, ohne in Selbstzweifel zu versinken). Sie kommen vielleicht drauf, was Sie als Kind von Ihren Eltern an Erziehungsweisen erlebt haben und was Sie ganz anders oder auch genauso machen wollen.
Sie erkennen, dass Sie in dieser bestimmten Situation etwas übersehen haben und können sich so für die Zukunft eine weitere Handlungsweise vornehmen. Oder Sie nehmen rückblickend wahr, dass Sie vielleicht Ihrem Kind in einer bestimmten Situation Unrecht getan haben.
Besonders für Sie als Eltern
ist diese Art meiner Begleitung eine andere Herausforderung als für eine Fachkraft: Sie sind als Elternteil intensiv in die Beziehung zum Kind involviert, eine Fachkraft pflegt eine andere Art der Beziehung zum Kind. Und das ist auch gut so. Genau dort liegt aber ein wichtiger Schlüssel für Sie als Eltern(teil): Je älter das Kind wird, desto mehr Einflüsse kommen von anderen Erwachsenen und Gleichaltrigen hinzu. Und hier liegen viele Möglichkeiten für Sie, die Ihnen bestenfalls helfen, Ihr Kind und auch sich selbst noch besser zu verstehen. Welche genau das sind, ist von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, von System zu System sehr verschieden. Eines lässt sich jedoch verallgemeinern: Es geht immer um das Bestmögliche für alle. Und nur, indem wir – in einem sicheren Ort – darüber offen reden und das auch den Kindern beibringen, kann dieses Ziel erreicht werden.
Was ist das Ziel einer Supervision?
In einer Supervision werden die eigenen Handlungen und Aussagen reflektiert. Das heißt, wir schauen miteinander noch einmal auf eine bestimmte Situation. Es geht dabei nicht um eine abschließende Bewertung, sondern um Antworten auf die Fragen:
- Was genau ist passiert?
- Was habe ich gefühlt?
- Was hat mein Gegenüber (möglicherweise) gefühlt?
- Welches Bedürfnis hatte ich?
- Welches Bedürfnis war beim Gegenüber vielleicht vorhanden?
- Was kann ich tun, damit eine ähnliche Situation das nächste Mal anders abläuft?
- Wie kann ich in Zukunft (noch besser) meine Gefühle und Bedürfnisse und die meines Kindes wahrnehmen?
Wie geht das mit der Metaebene?
Probieren Sie es einfach einmal aus – ganz für sich: Nehmen Sie sich ein paar Momente Zeit und erinnern Sie sich an irgendeine alltägliche Situation. Zum Beispiel: Sie räumen den Geschirrspüler ein, putzen Ihre Zähne oder lesen auf der Couch ein Buch. Und nun versuchen Sie diese Erinnerung an sich selbst als außenstehende:r Beobachter:in noch einmal wahrzunehmen.
Das klingt ein bisschen irre. Ist es aber nicht, da Sie sich dafür bewusst entscheiden. Und die Perspektive wechselt aus der Gegenwart in die Vergangenheit. Das heißt, Sie bleiben zeitlich und örtlich orientiert.
Seien Sie auch nicht streng zu sich, wenn es nicht sofort gelingt. Es braucht eben alles Übung.
Und wenn es Ihnen gelingt: Glückwunsch – Sie waren auf der Metaebene!
Möchten Sie Supervision ausprobieren? Melden Sie sich – ich freue mich darauf!
Ihre
Irina Langer