allein und erziehend

Einsamkeit

Alleinerziehend zu sein kann einsam machen. „Es fehlt ein erwachsener Mensch, dem ich Anekdoten erzählen, Fragen stellen oder Sorgen anvertrauen könnte. Sehnsüchte bleiben unerfüllt. Der Alltag frisst jede freie Minute. Dazu kommt die Angst, von anderen verurteilt zu werden. Gefühle finden kaum noch Raum. Ich funktioniere auf hohem Niveau, hantle mich von Feierabend zu Feierabend, von Wochenende zu Wochenende. Doch auch das Wochenende ist belastend – niemand übernimmt für ein paar Stunden die Verantwortung. Arbeiten und Haushalt fühlen sich im Vergleich fast leichter an, weil dort zumindest ein Funken Kontrolle möglich ist. In Wahrheit bin ich schon seit langer Zeit über meine Grenzen hinaus. Es ist einfach zuviel.“

Wenn Sie sich in diesem Absatz wiedererkennen, dann halten Sie kurz inne und nehmen bewusst ein paar Atemzüge. Ein Kind großzuziehen ist eine große Sache! Mal lustig und mal leicht, dann wieder enorm mühsam und nervenraubend. Und wenn die ganze Verantwortung auf den eigenen Schultern liegt, kann das zermürben bis hin zur fast vollständigen Leerung des Energieakkus.

Energiespeicher füllen

Es kann helfen, jedes noch so kleine Fenster für die Selbstfürsorge zu nutzen. Vielleicht verdrehen Sie jetzt die Augen, weil Sie denken, dass da noch mehr Aufgaben auf Sie zukommen. Nein. Das sicher nicht. (Da würde ich auch die Augen verdrehen.)

Selbstfürsorge bedeutet für sich selbst zu sorgen. Sich selbst Gutes tun können Sie, indem Sie zum Beispiel schickes (= nicht teures!) Gewand anziehen, in dem Sie sich wohlfühlen und das bequem ist. Oder zwischendurch eine Minute einfach die Augen schließen und tief atmen – ohne mehr zu tun. Oder sich 10 Minuten in der Früh, während das Kind noch schläft, Zeit für eine Tasse Tee oder Kaffee nehmen. Es geht nicht darum, dass Sie den Ablauf Ihres Alltags verändern. Das ist vielleicht gar nicht möglich und wäre eine zusätzliche Belastung. Es  geht um die kleinen Situationen, die aber große Möglichkeiten bieten. Momente der Minipausen, Momente um durchzuatmen. Sie sind es wert, gut für sich selbst zu sorgen. Vielleicht sind Sie genervt, weil dieses Thema gerade in aller Munde ist und Sie das Gefühl haben, nur Ihnen fällt das schwer. Ich kann Ihnen versichern, dass sich jeder Mensch plagt – im Hamsterrad zwischen Haushalt, Job, Kindererziehung und dem Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Es geht in allen Lebensbereichen um Sie und Ihre Echtheit als Mensch, Elternteil oder Erzieher:in. Sorgen Sie gut für sich.

Selbstfürsorge und Hilfe

Selbstfürsorge kann aber auch bedeuten, sich aktiv Hilfe zu holen. Indem Sie sich an Menschen in ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis wenden. Oder vielleicht sind gegenseitige Besuche zwischen Ihrem Kind und dessen Freund:in möglich? Das würde Ihnen auch kleine Pausen ermöglichen. Oder Sie besprechen mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt Möglichkeiten für Auszeiten. Ich denke da zum Beispiel an das Angebot von http://www.promente-reha.at/standorte/mia-miteinander-auszeit.

Und Selbstfürsorge bedeutet auch, sich einen Ort zu suchen, in dem Ihnen urteilsfrei zugehört wird, in dem Sie Ihre Fragen, Sorgen erzählen und Ihren Gefühlen Raum geben können. Ein Ort, in dem Sie als Expert:in Ihres Lebens wahrgenommen werden und mit Ihnen gemeinsam nach einer für Sie passenden Lösung oder Handlungsmöglichkeit gesucht wird, die Ihnen zu mehr Leichtigkeit verhilft.

Wie kann für Sie trotz aller Anforderungen im Alltag immer wieder ein Freiraum entstehen, in dem Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle achtsam wahrnehmen und beantworten können? Ich begleite Sie gerne auf der Suche nach Ihren konkreten Antworten auf diese Frage.
Ihre
Irina Langer

Für Ihren Wunschbeitrag

Weitere Beiträge

Die Wut eines Kindes kann plötzlich kommen und alle Beteiligten überfordern. Kindliche Wut braucht sichere Erwachsene, die dem Kind durchhelfen.
Tabus gibt es in vielen Lebensbereichen, oft wirkt Scham mit. So entsteht ein Kreislauf, der aber unterbrochen werden kann. Auch im Bereich Erziehung.
Übergänge können für einige Kinder leicht sein, andere Kinder brauchen mehr Zeit für die Umgewöhnung. Wie Sie diesen Übergang gestalten können?